[Reise] Welcome to Miami

Nach einer etwas unruhigen ersten Nacht stürzten wir uns am Montag früh auch sogleich in den Verkehr Richtung Miami. Es war noch dunkel, als wir durch die Vorstadtstraßen fuhren, denn wir wollten uns den Sonnenaufgang ansehen. Und wo geht das besser als am Strand? Dachten wir…

Wir hatten nur nicht mit unserem Navi und den zahllosen anderen Autofahrern und Schulbussen gerechnet. Nachdem wir nämlich anfangs auf dem Highway 1 gut vorankamen, mussten wir irgendwann den Highway verlassen und uns durch die Vororte von Miami schlängeln. Das taten auch viele Berufstätige, die in Richtung Miami unterwegs waren. Der Himmel wurde allmählich heller und es kam wie es kommen musste: Die Sonne ging auf und wir standen noch im Stau. Kein Frühstück, kein Sonnenaufgang… Das geht ja gut los!

Aber wir erreichten schließlich doch noch unser Ziel, den „Round Beach“. Die Sonne stand schon ein Stückchen über dem Horizont, aber so richtig hell war es doch noch nicht, und da wir schon mal hier waren stiegen wir aus und schauten uns um. Es waren nur sehr wenige Menschen hier unterwegs, dafür konnten wir in Ruhe umher wandern, die Palmen und die noch niedrig stehende Sonne fotografieren.

Je höher die Sonne stieg umso blauer schien der Himmel zu strahlen. Wir verbrachten einige Zeit damit die Palmen und uns zu fotografieren, oder einfach in Richtung Meer rauszuschauen. In dem klaren blauen Wasser konnten wir auch ein paar Fische am Ufer beobachten.

Wir rissen uns schließlich doch noch von diesem ruhigen Fleckchen los und fuhren zurück ins Verkehrsgetümmel. Vorher erspähten wir aber in einem Teich am Wegesrand den ersten Alligator. Was zunächst nur wie ein Stück Holz im Wasser aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen (oder Heranzoomen mit dem Fotoapparat) tatsächlich als Alligator. Nach ein paar Bildern sprangen wir wieder ins Auto und fuhren in Richtung Key Biscayne.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Mautstation düsten wir weiter über zwei Brücken auf die kleine Insel Key Biscayne. Viel war noch nicht los, aber überall hingen Hinweisschilder auf verschiedene Parkplätze und Shuttlebusse. Bald fuhren wir an mehreren Tennisplätzen vorbei und sahen die großen Schilder, die von den beginnenden Miami Open kündeten. Da wir uns nie für Tennis begeistern konnten, fuhren wir schulterzuckend vorbei bis zum Eingang des Bill Baggs Cape Florida State Park. Wir zahlten den kleinen Eintrittspreis und fuhren bis zum Parkplatz des Lighthouse Cafe. Hier nahmen wir erstmal unser Frühstück zu uns, da die Mägen doch schon knurrten.

Anschließend wanderten wir von dem kleinen Cafe aus in Richtung Strand. Die Sonne stand hoch am Himmel und es wurde zusehends wärmer, doch wer jetzt denkt der Strand ist zum bersten gefüllt, der irrt. Kaum eine Menschenseele hier. Einige Pelikane zogen ihre Bahnen und Möwen durchsuchten das am Morgen angespülte Seegras nach etwas essbarem. Eine kleine Krabbe schlich flink durch das Seegras und verschwand bald wieder in den Fluten des Atlantiks. Wir schlenderten durch den weißen Pulversand in Richtung des nahegelegenen Leuchtturms.

Der fast 30 m hohe Leuchtturm wurde 1825 errichtet und hat neben Indianerangriffen und diversen Hurrikans einiges erlebt. Aber er steht nicht alleine auf dem Südzipfel Key Biscaynes. Jede Menge Getier kreucht und fleucht durch die Vegetation der kleinen Insel. Da sind zum einen die zahllosen kleinen Eidechsen in diversen Grau- und Brauntönen, jede Menge Seevögel (Möwen, Pelikane, Fischadler…), Schildkröten und sogar Delfine sind vom Strand und im Park zu beobachten. Aber auch größere Leguane und Waschbären sind dort zu finden wie wir feststellten

Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen hatten fuhren wir weiter in Richtung Downtown Miami, also mitten rein in den Großstadtdschungel! Wir kämpften uns über Highways und Interstates bis wir schließlich Miami hinter uns ließen und die Brücke in Richtung Miami Beach passierten. Schon von der Brücke konnte man die Unmengen von Hotels in diesem Ort sehen. (Achtung Klugscheißeralarm: Miami und Miami Beach sind zwei unterschiedliche Orte. Letzterer wurde fast 20 Jahre nach Miami gegründet.) Aufgrund einiger Recherche im Vorfeld hatten wir ein recht günstiges Parkhaus im Norden Miami Beachs gefunden. Der Nachteil war natürlich der weite Weg vom Parkhaus bis hinunter zum Ocean Drive im Süden Miami Beachs. Aber dabei hatten wir die Möglichkeit noch ein wenig über den Boardwalk zwischen Strand und den Hotels entlang zu schlendern. Die Temperaturen waren inzwischen auf weit über 30 Grad geklettert und wir waren bei unserer Wanderung froh über jede kühle Brise, die vom Meer heran wehte und jeden Schattenplatz, den die Bäume spendeten.

Nach etlichen Meilen in der sengenden Sonne erreichten wir schließlich den berühmten Ocean Drive mit seinen Art Deco Häusern. Wir waren nicht so beeindruckt davon, was aber vielleicht daran gelegen haben mag, dass wir tagsüber da waren. Im Dunkeln, mit entsprechender Beleuchtung mögen diese Häuserzeilen wieder ganz anders wirken. Wir zwängten uns an den Touristen und Cafés vorbei und kehrten schließlich in einem kleinen Straßencafé ein. Ein völlig überteuerter Salat und ein kaltes Getränk für jeden von uns später wanderten wir weiter den Ocean Drive nach Süden.

Beinahe schon verzweifelt suchten wir einen Souvenirladen, die hier in der Gegend eher spärlich gesät zu sein schienen. Schließlich erreichten wir den Südzipfel von Miami Beach und beobachteten gerade das Auslaufen des Kreuzfahrtschiffes Empress of the Seas.

Auf dem Rückweg zum Parkhaus fanden wir in einer Drogerie schließlich doch noch ein paar Postkarten. Außerdem holten wir uns noch ein paar Sandwiches für das Abendbrot und wanderten ungefähr die Hälfte des Weges zum Parkhaus zurück.

Ziemlich erschöpft warteten wir an einer Bushaltestelle auf einen der kostenlosen Trolleys, die durch Miami Beach fuhren. Das ersparte uns eine ganze Menge Schritte und außerdem war es in dem Trolley kühler als auf der Straße. Den letzten Kilometer zum Parkhaus mussten wir dann doch zu Fuß zurücklegen. Aber auch das schafften wir. Das anfängliche Glück beim Erreichen des Autos verschwand schnell, denn da klebte tatsächlich ein Strafzettel an der Windschutzscheibe! Anscheinend sehen es die Betreiber des Parkhauses nicht gerne wenn man rückwärts einparkt. Dazu wurden an den ca. 20 m voneinander entfernt stehenden Säulen Hinweisschilder in DIN A4 Größe angebracht, dass bitte vorwärts eingeparkt werden soll. Dumm nur, wenn man genau zwischen zwei solchen Säulen parkt und die Hinweisschilder übersieht. Ganze 23 $ kostete der Spaß, somit war das Parkhaus im Endeffekt dann doch nicht ganz so günstig wie erhofft. Aber immerhin stand das Auto noch da und wurde nicht abgeschleppt. Ein wenig verständnislos über den Strafzettel verließen wir das Parkhaus und stürzten uns in den Feierabendverkehr. Fast zwei Stunden und etliche ignorierte Abbiegehinweise des Navis später  erreichten wir unser Hotel. Erschöpft aßen wir unser Sandwich, duschten und vielen schließlich erschöpft ins Bett.

DER gÖTTERGATTE

 

Motel: Travelodge Florida City

Temperatur: 31° C, überwiegend sonnig

Gefahrene Meilen: ca. 100

Weiter – On the Road

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