[Reise] Back to the Roots…

Am Tag zuvor hatten wir schon einen beeindruckenden Landschaftspark besucht und so sollte es heute weitergehen. Also machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Lakes Regional Park ein Stück südlich von Fort Myers. Am frühen Morgen war der Park zwar schon gut besucht, aber noch nicht überfüllt. Daher fanden wir einen schattigen Parkplatz für unser Auto und schlenderten erstmal zu einer Infotafel um uns einen Überblick über den Park zu verschaffen. Dabei liefen wir an einer Statue vorbei die zwei Kindern beim schaukeln zeigte.

Von dort gingen wir weiter und kamen auch bald an den See, der mit Kajaks und Paddelbooten befahren werden konnte.

Auch wenn das Wasser etwas trüb war, waren einige Fische unter der Wasseroberfläche erkennbar und demzufolge tummelten sich auch hier wieder zahlreiche Wasservögel. In der Nähe befanden sich auch einige überdachte Grillplätze, die überall am Wasser verteilt waren und für gut und gerne 50 Leute ausgelegt waren. Gerade heute am Wochenende waren fast alle Plätze vermietet und die ersten Gäste waren dabei die einfachen Unterstände für verschiedene Feierlichkeiten mit allerlei Luftballons und Girlanden zu schmücken. Wir ließen die Grillplätze zurück und gingen in Richtung des Railroad Museum of South Florida, einem eher kleinen Eisenbahnmuseum. Es bestand aus einer Lokomotive, dem dazugehörigen Kohlewagen und einem weiteren Wagon.

Auf dem Gelände verkehrte auch eine kleine Eisenbahn für kleine und große Eisenbahnenthusiasten, ähnlich der Parkeisenbahn am Leipziger Auensee.

Bevor wir über eine Brücke quer über den See schlenderten, machten wir noch einen kurzen Abstecher in den botanischen Garten des Parks. Natürlich kein Vergleich zum scheinbar riesigen botanischen Garten in Naples , aber trotzdem sehr schön angelegt.

Die Sonne kletterte immer höher und ebenso stiegen die Temperaturen. Entlang des Weges sahen wir auch weitere Wassertiere die sich an die Oberfläche trauten um ein paar wärmende Sonnenstrahlen abzubekommen, wie zum Beispiel diese, gar nicht mal so hübsche, Florida Weichschildkröte.

Neben zahlreichen Palmen waren auch wieder Sukkulenten und Orchideen in allen möglichen Farben in diesem Abschnitt des Parks. Auch kleinere Bäume aus unseren Breitengraden fühlten sich im Park pudel wohl und spendeten so manch einem Eichhörnchen ein ruhiges Plätzchen.

Sogar ein kleiner Schmetterlingsgarten war hier angelegt, der aber leider nur ein paar wenige Schmetterlinge beherbergte.

Eine kurze Runde durch diesen Abschnitt des Parks später setzten wir unseren Weg durch den Rest des Parks fort. Die Temperaturen näherten sich wieder der 30 Grad Marke und auf der Brücke über den See war weit und breit kein Schatten in Sicht. Also überquerten wir sie schnell und suchten uns am anderen Ufer des Sees ein schattiges Plätzchen und fanden es unter ein paar Bäumen.

Nach einer kurzen Pause wanderten wir weiter und setzten uns schließlich unter einen der Grillpavillions, der noch nicht besetzt war um ein paar Postkarten zu schreiben und ein paar Snacks zu uns zu nehmen. Einigermaßen erholt nahmen wir den Rückweg zum Auto auf uns. Da es immer heißer wurde, fuhren wir erstmal zum Hotel zurück um uns etwas abzukühlen und eine Siesta zu halten.

Am Nachmittag fuhren wir dann zu den Edison & Ford Winter Estates. Das waren die Winterquartiere der Herren Thomas Edison und Henry Ford. Thomas Edison, der allen unter anderem als Erfinder der Glühlampe ein Begriff sein sollte, hatte hier außerdem sein Labor. Wir sahen uns erst im Museum um, wo viele der Erfindungen und ein Teil des Besitzes von Thomas Edison ausgestellt waren. Unter anderem war dort ein Ford Modell T, der von Henry Ford selber umgebaut wurde, um den beiden guten Freunden bei ihren Ausflügen in die Everglades als Campingwagen und mobiles Labor zu dienen.

Da von T. Edison aber nicht nur die Glühlampe stammt, sondern die ersten Ton- und auch Filmaufnahmen waren entsprechend viele Grammophone und viele der ersten Lichtbildprojektoren ausgestellt. Beeindruckend war auch das Schaubild zur Entwicklung des aufgenommenen Tons, bzw. der Medien auf denen der Ton aufgenommen wurde. Von den ersten Aufnahmen von Kinderreimen auf einfacher Alufolie im Jahr 1877 über Schallplatten, Kassetten bis hin zu heutigen digitalen Speicherung.

Anschließend ging es weiter in das nachgebaute Labor von Edison, sowie sein Büro. Hier arbeitete er unter anderem an der Herstellung von Gummi für den in den 1920er Jahren gestiegenen Bedarf an Gummi für Autoreifen.

Dazu baute er dutzende verschiedene Pflanzenarten in seinem Garten an um festzustellen, welche Pflanzenart das meiste Latex produziert und welche die am schnellsten nachwachsende Sorte ist.

Natürlich befand sich auch das nicht gerade kleine Winterquartier der Familie Edison dort. Von der, um das ganze Haus laufenden, Terrasse hatten wir viele Einblicke in die einzelnen Räume des Hauses, wie zum Beispiel das Wohnzimmer, aber auch das Esszimmer, die Küche und das Gästezimmer.

Vom Haus der Edisons ging es direkt weiter zum nebenan liegenden Haus von Henry Ford. Bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ging in den USA der Trend zum Zweitauto. Oder Dritt-, oder Viertauto. Zumindest bei Familie Ford. Denn der Erfinder des Autos hatte gleich vier tolle Oldtimer in seiner Garage geparkt, alles verschiedene Modelle seines berühmten Modell T.

Auch die Gärten der beiden Häuser gingen nahtlos ineinander über. Hier standen auch weitere Pflanzen die von Edison angebaut wurden, zum Beispiel mehrere Bambushaine, aber auch diverse Palmenarten.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz kamen wir nochmal am Banyanbaum vorbei der in den 1920er gepflanzt wurde. Dieser Baum bildet an seinen Ästen sogenannte Luftwurzeln aus, die mit der Zeit bis zum Boden herab wachsen und schließlich neue Stämme bilden. So hat sich der ursprüngliche Banyanbaum mittlerweile fast auf die Größe eines Tennisplatzes ausgedehnt.

Wenn man dann vor diesem riesigen Baum steht und den Verlauf der verschiedenen Äste und Stämme bis zum ursprünglichen Stamm verfolgt, der aus einem kleinen Setzling entstanden ist, der hier vor fast 100 Jahren seine Wurzeln geschlagen hat, ist das schon sehr beeindruckend.

Auf dem Rückweg zum Hotel beschlossen wir unsere Wurzeln, ich meine unsere Beine nochmal in den Pool zu strecken um uns nach diesem Tag abzukühlen. Naja, also ich habe meine Beine in den Pool gesteckt und mich im Wasser abgekühlt, während meine Prinzessin am Rand lag und gelesen hat. Abgerundet wurde der Tag durch eine kleine Pizza gegenüber vom Hotel, die wir uns teilten (irgendwas bei 2/3 für mich und 1/3 für die Prinzessin – also absolut fair).

 

DER gÖTTERGATTE

 

Unterkunft: Americas Best Value Inn

Temperatur: 31° C, sonnig

Gefahrene Meilen: ca. 20

Weiter – What a wonderful day

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