[Reise] Takin‘ it slow

Was ist ein Urlaub ohne Ausschlafen? Das fragten wir uns auch und deshalb ließen wir es heute langsam angehen und schliefen heute mal etwas länger. Verdient hatten wir es jedenfalls. Besonders da ich seit gestern Abend etwas lädiert war. Als ich nämlich am Abend zuvor, weit nach Sonnenuntergang, noch auf der Terrasse stand und mangels größerer Außenbeleuchtung die Gelegenheit wahrnahm ein paar Sterne zu beobachten, schlich sich unbemerkt, still und heimlich ein kleiner Gecko an und zwickte mich plötzlich in einen Zeh. Das war vielleicht ein Schreck sage ich Euch! Zum Glück zwiebelte es nur ein wenig und die Blutung ließ schnell nach. Am nächsten Morgen war ein kleiner dunkler Kreis zu sehen, wo das Blut geronnen war, aber der Zeh war noch dran. Wir warfen einen Blick nach draußen, der Gecko war weit und breit nicht zu sehen und die Sonne lachte bereits vom herrlich blauen Himmel. Wir knipsten ein paar Bilder und gingen dann zum Frühstück.

Wie üblich gab es ein eher spärliches Frühstück in der kleinen Lobby, doch Frühstücken im Stehen? Das geht gar nicht. Zum Glück spielte das Wetter, wie bereits erwähnt auch mit, also nahmen wir unsere Teller mit Bageln, Joghurt und etwas Obst und setzten uns an einen der Picknicktische am Wasser. Der nahegelegene Highway füllte sich langsam, aber die Geräuschkulisse blendeten wir aus. Wir schalteten ab und genossen die Aussicht über das fast spiegelglatte Wasser des Golfs von Mexiko. Wir kamen mit ein paar anderen Hotelgästen ins Gespräch und waren uns schnell einig, dass diese kleine Lodge ein toller Fleck ist und wir eigentlich gar nicht wegwollen. Darum entschieden wir uns den Check-Out noch eine Weile hinauszuschieben um es uns noch eine Weile auf den Strandliegen am Wasser bequem zu machen.

Später nutzte ich die Gelegenheit auch noch zum Baden. Das Wasser war angenehm warm und wunderbar klar. So konnte man schnell ein paar Fische beobachten wenn man eine Weile still im Wasser stand. Irgendwann mussten wir dann aber leider doch weiter. Wir packten unsere Sachen zusammen und begaben uns etwas wehmütig zur Rezeption um Auszuchecken. Wir bereuten, dass wir nicht länger hier bleiben konnten, aber es warteten noch andere tolle Orte auf uns.

Wir reihten uns auf dem Highway in die Fahrzeuge Richtung Norden ein und fuhren ein kleines Stück zum Long Key State Park.

Die Rangerin am Parkeingang empfahl uns den Golden Orb Trail, welchen wir auch als erstes aufsuchten. Das ist ein kleiner Rundweg von etwa einer Meile, der zunächst über einen Bohlenweg (mit Aussichtsturm) durch einen kleinen Mangrovenwald, dann ebenerdig durch einen kleinen subtropischen Küstenwald und schließlich zu einer lagunenähnlichen Landschaft führt.

Am Wegesrand bieten sich immer wieder Gelegenheiten allerlei Getier zu beobachten. Neben unzähligen kleinen Geckos, auch Reiher, Baumkrabben, Waschbären und die, dem Weg seinen Namen gebende, Seidenspinne.

Während der erste Teil des Weges noch durch üppige Vegetation gekennzeichnet ist, war der zweite Teil des Weges, trotz der geringen Höhe über dem Meeresspiegel, doch eher von trockener Erde und kleineren Pflanzen gesäumt

Trotzdem sollte man darauf achten wo man hintritt, denn ab und zu drückt das Wasser doch durch den Boden und bildet eine nicht gerade kleine Pfütze mitten auf dem Weg. Wir hatten zweimal das Vergnügen. Beim ersten Mal mussten wir die Schuhe ausziehen und durch das knöcheltiefe Wasser waten (ohne von kleinen Krabben angeknabbert zu werden), beim zweiten Mal konnten wir die Pfütze trockenen Fußes umgehen.

Nach dem Pfad fuhren wir noch zum nahegelegenen Campingplatz und ließen unsere Blicke nochmal über das klare hellblaue Wasser des Atlantiks schweifen. An manchen Stellen ist hier auch das Baden oder Schnorcheln erlaubt, da wir aber keine Schnorchel haben, verzichteten wir erstmal auf einen weiteren Ausflug ins kühle Nass.

Nächster Halt Anne’s Beach! Tja, das war dann wohl ein Satz mit X, denn da war nix. Obwohl wir hier einen kleinen Abstecher ins Wasser geplant hatten, wurde daraus nichts, denn mit Baden war hier nicht viel. Der Bohlenpfad, der sich durch die Dünen zog, war bereits nach 25 m gesperrt und besonders bequem sah der Strand mit seinen Steinchen und Stöckchen auch nicht aus. Also fuhren wir kurz darauf gleich weiter.

Wir setzten unseren Weg auf dem Highway 1 fort bis zur Insel Islamorada. Wegen unseres späten Aufbruchs von unserem Hotel war die Mittagszeit schon an uns vorbeigerauscht und wir suchten uns nun mit knurrendem Magen schnell etwas zu Essen. In einer kleinen Subway-Filiale futterten wir schnell ein Sandwich (und für mich gab es noch einen Cookie). OK, es war nur Fast-Food, aber wenigstens sättigen die Sandwiches. Von dort aus ging es weiter zum Rain Barrel Sculpture Garden. Den konnten wir diesmal nicht verpassen, denn bereits auf dem Hinweg war uns die riesige Skulptur davor aufgefallen.

Wie sich herausstellte, war dies weniger ein Skulpturengarten, als eher ein kleines „Künstlerdorf.“ Wobei selbst das etwas übertrieben ist. Es waren eher ein paar Hütten, die sich einen Innenhof teilten und mit diversen Kunstgegenständen (Gemälden, Glasskulpturen, Ketten, etc.) und natürlich Souvenirs vollgestopft waren. Aber wir fanden ein kleines passendes Souvenir und setzten anschließend unseren Weg fort. Die Prinzessin fand das kleine Künstlerdorf im Übrigen richtig klasse, das ist also eher was für Frauen.

Da wir nochmal baden wollten verfolgten wir auf der Karte unsere Route. Also die Prinzessin verfolgte auf dem Smartphone die Route und ich lenkte den Mietwagen mehr oder weniger zielsicher dorthin wo sie hinwollte. Wir sahen ein Hinweisschild für den Harry Harris Beach and Park und beschlossen dem Schild zu folgen. Ein wenig abseits der Hauptstraße hinter einer kleinen Siedlung fanden wir schließlich den Parkplatz am Strand und fanden erstaunlicherweise auch gleich einen Parkplatz und das sogar ohne dafür bezahlen zu müssen. Kurz in die Badesachen gehüpft konnten wir auch gleich ins, für meine Verhältnisse, schon fast zu warme Wasser springen. Auch die Prinzessin wagte sich diesmal ins kühle Nass.

Nachdem wir uns erfrischt und etwas gesonnt hatten, brachen wir nach kurzer Zeit wieder auf und fuhren diesmal bis zur uns bereits bekannten Travelodge in Florida City durch. Diesmal bekamen wir ein anderes Zimmer, das aber trotzdem wieder sehr geräumig und sauber war. Wir luden die Koffer aus und machten uns danach, mit einem kleinen Umweg, nochmal auf zum nahegelegenen Outlet-Center. Ich würde ja sagen ich fand (wie üblich) als Erster etwas, aber so oft sind wir ja nicht in Outlet-Centern, außerdem kann ich ja nichts dafür, dass die Sportbekleidungshersteller ihre Filialen an den Eingangsbereichen haben. Die Prinzessin fand später noch ein paar bequeme Schuhe und war nicht ganz so deprimiert, dass ich mehr in der Tasche hatte als sie. Aber um an dieser Stelle schon mal vorwegzugreifen: Das sollte nicht so bleiben, denn dies war nicht der letzte Besuch in einem Outlet-Center! Die Entscheidung zum Abendbrot fiel uns sehr leicht, da wir das nahegelegene Applebee’s bereits kannten. Diesmal war die Prinzessin auch besser vorbereitet, denn sie hatte eine Jacke dabei, die sie im sehr gut gekühlten Restaurant anziehen konnte. Die Krönung des Abends war das Dessert: ein Triple Chocolate Meltdown! Ja, das ist wirklich so süß und klebrig wie es klingt. Es handelt sich hierbei um einen geschmolzenen Schokoladenkaramellkern in einem warmen, saftigen Schokoladenkuchen, der, mit zwei bis drei verschiedenen Schokoladensoßen und einer Vanilleeiskugel dekoriert, serviert wird. Waaahnsinnig lecker können wir nur sagen!

Gut gesättigt fuhren wir auf dem Weg zum Hotel nochmal bei Walmart vorbei und füllten unsere stark geschrumpften Getränke- und Keksvorräte wieder auf. Im Hotel selbst fielen uns nach kurzem Rumzappen durch die endlosen TV-Kanäle bald die Augen zu und wir beendeten den Tag zufrieden an der Matratze horchend.

DER gÖTTERGATTE

 

Motel: Travelodge Florida City

Temperatur: 29° C, sonnig

Gefahrene Meilen: ca. 70

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[Reise] On the Road

Heute sollte unsere erste längere Fahrt stattfinden. Wir starteten früh um sieben mit dem Continental Breakfast der Travelodge und waren beide der Meinung, dass das Frühstücksbuffett eines der besser Bestückten war. Hier gab es genug Auswahl um erstmal über die Runden zu kommen.
Wir checkten aus dem Motel aus und begaben uns auf dem Hwy 1 Richtung Süden. Unser Ziel sollte heute Key West sein. Wir fuhren also die berühmte Straße entlang der Florida Keys. Primär sollte es heute nur nach Key West gehen, für den Rückweg am nächsten Tag waren dann auch Haltepunkte geplant. Wir beschränkten uns also auf dem Hinweg auf das Bestaunen der vielen kleinen Inseln vom Auto heraus.

Nichtsdestotrotz hielten wir kurz auf Long Key an, das hatte einen bestimmten Grund. Hier lag die Edgewater Lodge, in der wir die kommende Nacht verbringen wollten. Last Check-In ist 18 Uhr und wir wussten noch nicht, ob wir dann auch schon wieder von Key West zurück sind. Also fragten wir nach, ob schon die Möglichkeit bestünde unseren Schlüssel zu bekommen. Und das Glück hatten wir. Den Schlüssel hatten wir sicher, aber wir sollten noch nicht in das Zimmer, was der nette Herr uns auch mehrfach eingetrichtert hat, da dort im Moment noch unsere Vorgänger residierten. Wir hatten das auch gar nicht vor, wir wollten gleich weiter. Der erste Blick auf das Gelände war schon mal sehr vielversprechend. Die Lodge ist genau am Wasser gelegen und wir waren schon voller Vorfreude.

Aber zurück zum Hwy 1. Nicht mehr lange und es kam die allseits bekannte Seven Mile Bridge über die wir mit staunendem Blick drüber gefahren sind. Rechts neben uns führte die alte Brücke entlang. Man konnte öfter sehen, wie die Brücke abrupt endet und ein paar Meter weiter fortführt. Am Ende der Brücke gab es eine kleine Parkbucht und von hier aus war ein kleiner Teil der alten Brücke als Fußweg umgebaut. So sind wir ein Stückchen entlang spaziert, vorbei an einigen Anglern. Auf der einen Seite sah man nun die neue Brücke und auf der anderen das weite Meer mit einer kleinen Insel namens Little Money Key, vermutlich eher Residenz vieler Vögel.

Unsere Fahrt führte uns noch an weiteren kleineren Keys vorbei und dann direkt zum letzten mit dem Auto befahrbaren Punkt – Key West. Unser erster Halt war das Visitor Center. Hier holten wir uns Kartenmaterial und bekamen Auskunft über Parkmöglichkeiten.
Zu Erst sind wir zum Fort Zachary Taylor Historic State Park gefahren. Nachdem wir unser Auto auf dem Gelände geparkt hatten liefen wir los Richtung Strand. Und was für einer, das hat uns umgehauen. Der Himmel war blau, der Sand schön weiß und pulvrig und das Waser strahlte in strahlendem Türkisblau. Es war wunderschön anzusehen. Der Strand war zwar gut besucht, aber nicht zu voll.

Relativ bald sahen wir auch schon das berühmte Wegweiserschild, welches ich unbedingt fotografieren wollte.

Wir liefen weiter den Strand entlang, der dann zu einem Steinufer wurde. Hier blieben Badegäste eher aus. Der Weg war gesäumt mit Bänken und hier lies es sich an einem schattigen Plätzchen gut aushalten.

Nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht und den Blick aufs offene Meer genossen hatten, liefen wir weiter bis wir einen tollen Blick auf zwei Kreuzfahrtschiffe erhaschen konnten.

Weiter führte unser Weg durch die brütende Hitze über einen Feldweg zum Fort Zachary Tayler Fortress. Hier schauten wir uns ein bisschen um und konnten auf dem Dach des Forts die Aussicht zum Hafen erleben.

Es war mittlerweile brütend heiß und wir freuten uns auf die Klimaanlage in unserem Auto. Ein bisschen Abkühlung brauchten wir dringend. Wir fuhren zu einem uns empfohlenen Parkplatz und hatten Glück noch einen freien zu entdecken. Gleich um die Ecke war ein Haltepunkt für den Conch Tour Train mit dem wir ein bisschen die Stadt erkunden und uns gleichzeitig etwas Informationen vom Fahrer einholen wollten. Aber bevor wir in den Train einstiegen haben wir erst noch etwas zu Futtern gesucht und in dem netten kleinem Lokal „Le Petit Paris“ lecker gegessen. Frisch gestärkt fuhren wir nun mit dem Conch Tour Train eine große Runde, an vielen interessanten und schönen, bunten, außergewöhnlichen Gebäuden vorbei.

Bekannt für diesen Ort ist auch der südlichste Punkt der USA. Hier standen die Leute an, um sich mit dem Bojenartigen Kunstwerk fotografieren zu lassen.

Die Train fuhr uns Richtung Norden. Wir stiegen am Mallory Square aus und schauten uns dort etwas um.

Unser Weg führte uns dann die Duvall Street wieder Richtung Süden vorbei an unzähligen Kneipen.

Wir machten jedoch einen kleinen Schlenker, denn wir wollten bei der Post ein paar Briefmarken besorgen. Auf dem Gelände lag plötzlich ein riesiger Leguan vor uns. Ganz friedlich lag er da und hatte sich gesonnt.

Briefmarken gekauft, Postkarten schnell geschrieben und gleich abgeschickt. Danach liefen wir zurück zu unserem Auto, vorbei an dem Punkt, an dem der Hwy 1 beginnt/endet und fuhren ins 105km entfernte Layton auf Long Key zu unserer Unterkunft für diese Nacht.

Wir kamen kurz nach 19 Uhr an und bezogen unser Zimmer. Wir waren total überwältigt, denn wir machten unsere Terassentür auf und hatten einen wundervollen Blick auf den Sonnenuntergang über dem Meer. Atemberaubend.

Wir genossen den Sonnenuntergang und fielen dann ins Bett. Der Tag war aufregend schön.

Unterkunft: Edgewater Lodge

Temperaturen: 30°C, überwiegend sonnig, kurzer Schauer über Key West

Gefahrene Meilen: ca. 193

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